Dienstag, 26. September 2017

„Riechen und Fühlen“ - Das Buch

...ist endlich da. Im Mai entdeckt und bestellt, gestern geliefert. Ich hatte die Bestellung schon vergessen, umso freudiger die „Überraschung“ und ich bin begeistert.


Endlich ein Buch über das Riechen und Fühlen, das wissenschaftlichen Backround hat und trotzdem genial verständlich ist, Detailfragen zu dem komplexen Systems des Riechens aufgreift und beantwortet (soweit es schon geht) aber auch darauf hinweist wo momentan "der Weisheit letzter Schluss" liegt. Es werden zahlreiche Studien zum Riechen beispielhaft beschrieben sowie eigene praktische Erfahrungen und Erkenntnisse aufgezeigt. Die Funktionsweise unseres Riechsystems wird wunderbar, auch für Laien, nachvollziehbar erläutert. Ich kann sagen, dass sich auch bei mir einige Fragezeichen in AHA-Effekte verwandelt haben.


Es ist den Autorinnen gelungen ein wissenschaftliches Thema „greifbar“ zu gestalten und zu vermitteln. Die jahrelange Erfahrungen der beiden Wissenschaftlerinnen Eva Heuberger (Initiatorin des Buches) und Iris Stappen spiegeln sich in jedem Thema wieder. Sie lassen einen Bezug zur Praxis nicht vermissen.  
Regula Rudolf von Rohr als Praktikerin, rundet mit Fallbeispielen aus der täglichen psychiatrischen Praxis, das Ganze hervorragend ab. Sie erläutert ihr praktiziertes „Basler Modell“, das u.a. von der Integralen Osmologie und des Duftkreises (beides nach Martin Henglein) inspiriert wurde, anhand von Einsatzmöglichkeiten im Kontext therapeutischer Themen. Die Riechreaktionen bekommen dabei ein besonderes Augenmerk.



Mein Fazit:

Ein gelungenes Buch, das eine Lücke in der vorhandenen Literatur zu ÄÖ und über den Geruchsinn schließt.

Dieses Buch ist ein „ must have“ für Interessenten und Akteure der Duftkommunikation, der Aromapflege/Aromatherapie/Psycho-Aromatherapie, quasi für jegliche Arbeit mit ÄÖ.

Die Autorinnen:

Dr. Eva Heuberger
Pharmazeutin, Geruchsforscherin, Vize-Präsidentin von Forum Essenzia e.V.

Dr. Iris Stappen
Pharmazeutin, Forscherin Spezialgebiet „Wirkung von ÄÖ“, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA)

Regula Rudolf von Rohr
Aromatherapeutin, Pflegefachfrau für Psychiatrie, Präsidentin von Psych-Aroma, Dozentin

Sonntag, 5. März 2017

Praktische Duftkommunikation: Ein Siegerkranz aus Lorbeer-Duft...

"Findet heraus welcher Duft (ÄÖ) euch bei eurem momentanen Anliegen am besten unterstützen würde", so lautete der Auftrag für eine praktische Gruppenübung zum Duftgespräch®.
Duftstreifen wurden gereicht (und "blind" gerochen), gefragt, beobachtet, wahrgenommen, nachgefragt... Die Düfte zeigten sich von ihrer besten Seite und fügten sich erstaunlich gut zum Anliegen ein. Nase und Mensch waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Eine Teilnehmerin etwas weniger. Sie fand ihre Düfte ganz nett aber da fehlte etwas... Ihr Anliegen war sehr konkret : "Etwas Stärkendes für ein wichtiges Vorstellungsgespräch"...
Der Erfolg dieses Vorstellungsgesprächs war ihr außerordentlich wichtig, denn sie wollte diesen Job unbedingt. Eine Anzahl von "zurückgegebenen" Bewerbungen, in der Vergangenheit, hatten Spuren hinterlassen. Die Angst meldetet sich, dass es wieder nichts werden könnte. ...aber da war dieser Job, dieser Traumjob...

Die "ganz netten" Düfte und die "Duftwahrnehmungen":

  • der ROSMARIN: er hat wach gemacht und ein Gefühle wie: Los jetzt, jetzt geht`s los, du hast die Energie...  
  • die ORANGE: sie hat froh gemacht, optimistisch und gute Laune (die Zitrone war zu "frisch") 
  • die ROSE: hat mich mehr in meine Mitte gebracht. Ich habe mich gefühlt wie: Egal was kommt, du bist in deinem innersten Kern richtig, gut und unantastbar. Zart und stark zugleich
  • die KAMILLE röm.: da war ein Gefühl, wie wenn eine liebende und tröstende Mutter bei Schmerzen diese "weg pustet" und sanft darüber streichelt und einen in den Arm nimmt...

Im Nachgespräch
zu dieser Übung nahm ich wahr, dass sich die Teilnehmerin mit dem Ergebnis zwar so halb arrangiert hatte, aber ihre Körperhaltung, ihr Blick und ihre Art zu sprechen zeigten deutlich: das ist nicht der stärkende"Treffer".
Ein Ausdruck von Mut, Zuversicht und Selbstvertrauen (wie gewünscht) waren nicht wirklich spürbar...
Ich griff zum Lorbeeröl und reichte ihr wortlos den Duftstreifen... und da war er plötzlich, dieser ganz besondere Ausdruck, wenn das Gesicht "aufgeht" wie eine Sonne, die Augen funkeln wie Sterne und der Körper sich in seiner erhabensten und schönsten Größe zeigt. Dieser Moment braucht keine weiteren Erklärungen. Es ist unübersehbar, wenn es „passt“.

Ihr Bericht dazu:
C. gab mir einen Duftstreifen mit Lorbeer (ich wusste nicht, welcher Duft das war). Die ganze Gruppe lachte, denn meine Haltung veränderte sich schlagartig. Ich saß auf einem Mal kerzengerade und hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Ich fühlte mich mit einem Mal sehr siegessicher. Wir testeten noch zwei Öle dazu – Rosmarin cineol und Zitrone.
Auf ein Pad bekam ich etwas Lorbeer mit.
Mir fiel mir ein – ich hatte ja einen Lorbeerstrauch im Keller!
Wieder zu Hause bin ich zuerst in den Keller zu meinen Lorbeerbaum gegangen und hab mir Blätter für einen Tee geholt und zum anderen ein Blatt zum Räuchern.
Vor dem Schlafen gehen noch mal kurz am Pad gerochen… es ging mir richtig gut! Etwas müde, aber entspannt und das Gedankenkarussell war auf einmal ruhig. Ich fühlte mich innerlich klar - und siegessicher!
Am nächsten Tag habe ich noch etwas Rosmarin cineol und (anstatt der Zitrone) Orange dazu gegeben und den Pad mit ins Auto genommen, während ich unterwegs war. Ich fühlte mich hochmotiviert, beflügelt, siegessicher und super gut drauf, wenn ich an das Bewerbungsgespräch am Tag darauf dachte. Die Düfte habe ich mit ans Bett genommen.
Am Tag des Vorstellungsgespräches konnte ich meinen „Vorstellungsduft“ auf einmal nicht mehr riechen (er war weg!) - es war einfach genug. Ich war zwar etwas aufgeregt, aber meine Gedanken waren klar, ich fühlte mich sehr sicher und selbstbewusst. Das Gespräch war klasse! Es war eine tolle Stimmung.
Dann hieß es noch einmal einige Tage zu warten. Ich wurde sehr nervös und wollte ruhiger werden und nachts besser schlafen. Ich testete und mochte die Rose und Kamille römisch... Also nahm ich die Rose (bulgarische) und die römischen Kamille mit ins Bett und konnte relativ gut schlafen. Am nächsten Morgen war ich zwar noch etwas nervös aber die Angst war verflogen und ich fühlte mich wieder mehr im Gleichgewicht.
 
...und: Ich habe meinen Traumjob bekommen!

Über den Lorbeer:

 Bildquelle: Eliane Zimmermann 

Die botanische Bezeichnung für Lorbeer besteht aus zwei erhabenen Worten, die geschmeidig über die Zunge fließen - Laurus nobilis: laurus – „loben“ und nobilis – „edel“
Keine andere Pflanze wurde zu so vielfältigen Symbolen genutzt, wie der Lorbeer.
Er steht als Zeichen und Sinnbild u.a. für folgendes:
  • Zeichen des Triumphes und Sieges
  • Zeichen der Ruhe und des Friedens
  • Zeichen des Wohlstandes und des Glücks
  • Symbol der Ehre und des Ruhmes
  • Sinnbild für Vision, Inspiration, Klarheit und geistige Anregung
  • Sinnbild für Selbstachtung und Selbstbewusstsein
  • Sinnbild der unbefleckten Jugend und der Wahrheit (Daphne als das keusche fliehende Mädchen; die Wahrsagungen von Delphi; „mantikos“- das Hellseherkraut)
  • Sinnbild der Sicherheit sowie der Freiheit
  • Sinnbild für Langlebigkeit bzw. Unsterblichkeit (immergrün)
  • Sinnbild für Heilkräfte und Reinigung
  • Blitzschutz“ - Tiberius bedeckte seinen Kopf bei Gewitter mit einem Lorbeerkranz, da es hieß, der Lorbeerbaum würde nie von einem Blitz getroffen
  • litterae laureatae – mit Lorbeerzweigen umwickelte Briefe die Siegesnachrichten überbrachtender Lorbeer-Brief


Aus der Mythologie:
Apollo, der Gott des Lichtes (Sonne), der schönen Künste, der Heilkunst und der Weissagungen, verliebte sich in Daphne, die schöne Bergnymphe. Er umwarb sie leidenschaftlich, doch sie wehrte sich gegen seine Verführungskünste und floh. In ihrer höchsten Not kam ihr Gaia, die Erdgöttin, zu Hilfe und verwandelte sie in einen Lorbeerbaum. Apollo trug seitdem zum Andenken an Daphne den Lorbeerkranz. Die Griechen nennen den Lorbeer auch „daphne“.

In einer anderen Version, spielte Eros eine schicksalhafte Rolle. Er verschoss zwei Pfeile, einen dessen Spitze mit Gold verziert war. Dieser traf Apollo, er verliebte sich unsterblich. Die Spitze des anderen Pfeils war mit Blei überzogen und bewirkte die Ablehnung der Leidenschaft. Dieser traf Daphne, sie floh und rief um Hilfe. Schuld an diesem ganzen Dilemma war Apollo selbst, er hatte Eros als schlechten Schützen verspottet und das war dessen Rache.

Meine erste Begegnung
...mit dem Duft des Lorbeers vor vielen Jahren, war ein Desaster. Ich reklamierte das ÄÖ, da es ja nicht in Ordnung sein konnte und möglicherweise schlecht war… nur so ließe sich die hervorgerufene Wirkung erklären: mir war übel geworden, ich erlebte ein Schwindelgefühl, verspürte eine starke Abwehr dem Duft gegenüber und war völlig erschlagen von der Wucht dieses Duftes. Das ÄÖ konnte nur schlecht sein … besser wusste ich es damals noch nicht...(schmunzel)

Das Potential des Lorbeeröls (Auswahl)



kursive Schrift: eigene Schilderung der Teilnehmerin
Herzlichen Dank an die Teilnehmerin dafür.