Dienstag, 26. September 2017

„Riechen und Fühlen“ - Das Buch

...ist endlich da. Im Mai entdeckt und bestellt, gestern geliefert. Ich hatte die Bestellung schon vergessen, umso freudiger die „Überraschung“ und ich bin begeistert.


Endlich ein Buch über das Riechen und Fühlen, das wissenschaftlichen Backround hat und trotzdem genial verständlich ist, Detailfragen zu dem komplexen Systems des Riechens aufgreift und beantwortet (soweit es schon geht) aber auch darauf hinweist wo momentan "der Weisheit letzter Schluss" liegt. Es werden zahlreiche Studien zum Riechen beispielhaft beschrieben sowie eigene praktische Erfahrungen und Erkenntnisse aufgezeigt. Die Funktionsweise unseres Riechsystems wird wunderbar, auch für Laien, nachvollziehbar erläutert. Ich kann sagen, dass sich auch bei mir einige Fragezeichen in AHA-Effekte verwandelt haben.


Es ist den Autorinnen gelungen ein wissenschaftliches Thema „greifbar“ zu gestalten und zu vermitteln. Die jahrelange Erfahrungen der beiden Wissenschaftlerinnen Eva Heuberger (Initiatorin des Buches) und Iris Stappen spiegeln sich in jedem Thema wieder. Sie lassen einen Bezug zur Praxis nicht vermissen.  
Regula Rudolf von Rohr als Praktikerin, rundet mit Fallbeispielen aus der täglichen psychiatrischen Praxis, das Ganze hervorragend ab. Sie erläutert ihr praktiziertes „Basler Modell“, das u.a. von der Integralen Osmologie und des Duftkreises (beides nach Martin Henglein) inspiriert wurde, anhand von Einsatzmöglichkeiten im Kontext therapeutischer Themen. Die Riechreaktionen bekommen dabei ein besonderes Augenmerk.



Mein Fazit:

Ein gelungenes Buch, das eine Lücke in der vorhandenen Literatur zu ÄÖ und über den Geruchsinn schließt.

Dieses Buch ist ein „ must have“ für Interessenten und Akteure der Duftkommunikation, der Aromapflege/Aromatherapie/Psycho-Aromatherapie, quasi für jegliche Arbeit mit ÄÖ.

Die Autorinnen:

Dr. Eva Heuberger
Pharmazeutin, Geruchsforscherin, Vize-Präsidentin von Forum Essenzia e.V.

Dr. Iris Stappen
Pharmazeutin, Forscherin Spezialgebiet „Wirkung von ÄÖ“, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA)

Regula Rudolf von Rohr
Aromatherapeutin, Pflegefachfrau für Psychiatrie, Präsidentin von Psych-Aroma, Dozentin

Sonntag, 5. März 2017

Praktische Duftkommunikation: Ein Siegerkranz aus Lorbeer-Duft...

"Findet heraus welcher Duft (ÄÖ) euch bei eurem momentanen Anliegen am besten unterstützen würde", so lautete der Auftrag für eine praktische Gruppenübung zum Duftgespräch®.
Duftstreifen wurden gereicht (und "blind" gerochen), gefragt, beobachtet, wahrgenommen, nachgefragt... Die Düfte zeigten sich von ihrer besten Seite und fügten sich erstaunlich gut zum Anliegen ein. Nase und Mensch waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Eine Teilnehmerin etwas weniger. Sie fand ihre Düfte ganz nett aber da fehlte etwas... Ihr Anliegen war sehr konkret : "Etwas Stärkendes für ein wichtiges Vorstellungsgespräch"...
Der Erfolg dieses Vorstellungsgesprächs war ihr außerordentlich wichtig, denn sie wollte diesen Job unbedingt. Eine Anzahl von "zurückgegebenen" Bewerbungen, in der Vergangenheit, hatten Spuren hinterlassen. Die Angst meldetet sich, dass es wieder nichts werden könnte. ...aber da war dieser Job, dieser Traumjob...

Die "ganz netten" Düfte und die "Duftwahrnehmungen":

  • der ROSMARIN: er hat wach gemacht und ein Gefühle wie: Los jetzt, jetzt geht`s los, du hast die Energie...  
  • die ORANGE: sie hat froh gemacht, optimistisch und gute Laune (die Zitrone war zu "frisch") 
  • die ROSE: hat mich mehr in meine Mitte gebracht. Ich habe mich gefühlt wie: Egal was kommt, du bist in deinem innersten Kern richtig, gut und unantastbar. Zart und stark zugleich
  • die KAMILLE röm.: da war ein Gefühl, wie wenn eine liebende und tröstende Mutter bei Schmerzen diese "weg pustet" und sanft darüber streichelt und einen in den Arm nimmt...

Im Nachgespräch
zu dieser Übung nahm ich wahr, dass sich die Teilnehmerin mit dem Ergebnis zwar so halb arrangiert hatte, aber ihre Körperhaltung, ihr Blick und ihre Art zu sprechen zeigten deutlich: das ist nicht der stärkende"Treffer".
Ein Ausdruck von Mut, Zuversicht und Selbstvertrauen (wie gewünscht) waren nicht wirklich spürbar...
Ich griff zum Lorbeeröl und reichte ihr wortlos den Duftstreifen... und da war er plötzlich, dieser ganz besondere Ausdruck, wenn das Gesicht "aufgeht" wie eine Sonne, die Augen funkeln wie Sterne und der Körper sich in seiner erhabensten und schönsten Größe zeigt. Dieser Moment braucht keine weiteren Erklärungen. Es ist unübersehbar, wenn es „passt“.

Ihr Bericht dazu:
C. gab mir einen Duftstreifen mit Lorbeer (ich wusste nicht, welcher Duft das war). Die ganze Gruppe lachte, denn meine Haltung veränderte sich schlagartig. Ich saß auf einem Mal kerzengerade und hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Ich fühlte mich mit einem Mal sehr siegessicher. Wir testeten noch zwei Öle dazu – Rosmarin cineol und Zitrone.
Auf ein Pad bekam ich etwas Lorbeer mit.
Mir fiel mir ein – ich hatte ja einen Lorbeerstrauch im Keller!
Wieder zu Hause bin ich zuerst in den Keller zu meinen Lorbeerbaum gegangen und hab mir Blätter für einen Tee geholt und zum anderen ein Blatt zum Räuchern.
Vor dem Schlafen gehen noch mal kurz am Pad gerochen… es ging mir richtig gut! Etwas müde, aber entspannt und das Gedankenkarussell war auf einmal ruhig. Ich fühlte mich innerlich klar - und siegessicher!
Am nächsten Tag habe ich noch etwas Rosmarin cineol und (anstatt der Zitrone) Orange dazu gegeben und den Pad mit ins Auto genommen, während ich unterwegs war. Ich fühlte mich hochmotiviert, beflügelt, siegessicher und super gut drauf, wenn ich an das Bewerbungsgespräch am Tag darauf dachte. Die Düfte habe ich mit ans Bett genommen.
Am Tag des Vorstellungsgespräches konnte ich meinen „Vorstellungsduft“ auf einmal nicht mehr riechen (er war weg!) - es war einfach genug. Ich war zwar etwas aufgeregt, aber meine Gedanken waren klar, ich fühlte mich sehr sicher und selbstbewusst. Das Gespräch war klasse! Es war eine tolle Stimmung.
Dann hieß es noch einmal einige Tage zu warten. Ich wurde sehr nervös und wollte ruhiger werden und nachts besser schlafen. Ich testete und mochte die Rose und Kamille römisch... Also nahm ich die Rose (bulgarische) und die römischen Kamille mit ins Bett und konnte relativ gut schlafen. Am nächsten Morgen war ich zwar noch etwas nervös aber die Angst war verflogen und ich fühlte mich wieder mehr im Gleichgewicht.
 
...und: Ich habe meinen Traumjob bekommen!

Über den Lorbeer:

 Bildquelle: Eliane Zimmermann 

Die botanische Bezeichnung für Lorbeer besteht aus zwei erhabenen Worten, die geschmeidig über die Zunge fließen - Laurus nobilis: laurus – „loben“ und nobilis – „edel“
Keine andere Pflanze wurde zu so vielfältigen Symbolen genutzt, wie der Lorbeer.
Er steht als Zeichen und Sinnbild u.a. für folgendes:
  • Zeichen des Triumphes und Sieges
  • Zeichen der Ruhe und des Friedens
  • Zeichen des Wohlstandes und des Glücks
  • Symbol der Ehre und des Ruhmes
  • Sinnbild für Vision, Inspiration, Klarheit und geistige Anregung
  • Sinnbild für Selbstachtung und Selbstbewusstsein
  • Sinnbild der unbefleckten Jugend und der Wahrheit (Daphne als das keusche fliehende Mädchen; die Wahrsagungen von Delphi; „mantikos“- das Hellseherkraut)
  • Sinnbild der Sicherheit sowie der Freiheit
  • Sinnbild für Langlebigkeit bzw. Unsterblichkeit (immergrün)
  • Sinnbild für Heilkräfte und Reinigung
  • Blitzschutz“ - Tiberius bedeckte seinen Kopf bei Gewitter mit einem Lorbeerkranz, da es hieß, der Lorbeerbaum würde nie von einem Blitz getroffen
  • litterae laureatae – mit Lorbeerzweigen umwickelte Briefe die Siegesnachrichten überbrachtender Lorbeer-Brief


Aus der Mythologie:
Apollo, der Gott des Lichtes (Sonne), der schönen Künste, der Heilkunst und der Weissagungen, verliebte sich in Daphne, die schöne Bergnymphe. Er umwarb sie leidenschaftlich, doch sie wehrte sich gegen seine Verführungskünste und floh. In ihrer höchsten Not kam ihr Gaia, die Erdgöttin, zu Hilfe und verwandelte sie in einen Lorbeerbaum. Apollo trug seitdem zum Andenken an Daphne den Lorbeerkranz. Die Griechen nennen den Lorbeer auch „daphne“.

In einer anderen Version, spielte Eros eine schicksalhafte Rolle. Er verschoss zwei Pfeile, einen dessen Spitze mit Gold verziert war. Dieser traf Apollo, er verliebte sich unsterblich. Die Spitze des anderen Pfeils war mit Blei überzogen und bewirkte die Ablehnung der Leidenschaft. Dieser traf Daphne, sie floh und rief um Hilfe. Schuld an diesem ganzen Dilemma war Apollo selbst, er hatte Eros als schlechten Schützen verspottet und das war dessen Rache.

Meine erste Begegnung
...mit dem Duft des Lorbeers vor vielen Jahren, war ein Desaster. Ich reklamierte das ÄÖ, da es ja nicht in Ordnung sein konnte und möglicherweise schlecht war… nur so ließe sich die hervorgerufene Wirkung erklären: mir war übel geworden, ich erlebte ein Schwindelgefühl, verspürte eine starke Abwehr dem Duft gegenüber und war völlig erschlagen von der Wucht dieses Duftes. Das ÄÖ konnte nur schlecht sein … besser wusste ich es damals noch nicht...(schmunzel)

Das Potential des Lorbeeröls (Auswahl)



kursive Schrift: eigene Schilderung der Teilnehmerin
Herzlichen Dank an die Teilnehmerin dafür.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Douglasie, die Schöne aus der Fremde...

Irgendwie passt sie zur Weihnachtsgeschichte, die Douglasie.

Die Douglasie, eine in manchen Bundesländern unerwünschte „Person“... Eine, die nicht hierher gehört, die einheimische Pflanzen unterdrücken könnte... Eine die nicht gefördert werden darf... Eine die gefällt werden muss... Eine von der der heimische deutsche Wald befreit werden muss…

...und der Bezug zur Weihnachtsgeschichte?
Die Menschen in der Weihnachtsgeschichte, Maria und Josef, kamen von weit her und waren in der Fremde ebenso wenig willkommen. Argwohn und Ausgrenzung begegneten ihnen… Ihr Schicksal wiederholt sich... manchmal sogar bei Douglasien. Die Douglasie ein Neophyt! Auch sie kommt aus der Fremde...

Allerdings gibt es auch Bundesländer, die den Wert der Douglasie erkannt haben und sie waldbaulich gut integrieren. Die Douglasie ist schnell wachsend, hat ein qualitativ wertvolles Holz, ist gut verwurzelt (herzförmiges Wurzelsystem) und sturmfest.

Die Douglasie war, vor der letzten Eiszeit, hier bereits schon einmal heimisch. Da es damals sehr ungastlich wurde, zog sie sich zurück und „wanderte aus“. Ca. 1827 brachte der schottische Botaniker David Douglas die ersten Samen aus Nordamerika nach England und setzte sie in einem Garten in der Nähe von London.
Douglasien sind nach dem Urweltmammutbäumen, die zweithöchsten Bäume. Sie können über 100m hoch werden und ein Alter von ca. 600 Jahren erreichen. Der höchste Baum in unseren Breiten, mit 65 m, ist eine 106 jährige junge Lady namens „Waldtraut vom Mühlwald“ bei Freiburg.

Vielleicht fragt ihre euch jetzt, was bitte möchte sie uns sagen? Wie kommt sie jetzt gerade auf die Douglasie?
Ganz einfach: sie ist mir begegnet, als ich auf Fototour zu Fichten und Kiefern war...
Die Douglasie, sie lief mir vor mein schauendes Auge. Unerwartet und so gar nicht im Sinn meiner Absicht.


…und da stand sie, in mitten einer kleinen Gruppe von Fichten. Fast unscheinbar. Ihr Kleid zerzaust. leicht und luftig. Zurückhaltend, als ob sie die anderen nicht stören möchte. Etwas schüchtern, dennoch überragte sie alle. Sie hatte eine Präsenz, die sich auf eine stille, heitere Art und Weise bemerkbar machte. Und so veranlasste sie mich, anzuhalten und ihr meine Aufmerksamkeit zu schenken. Ich wollte wissen, wer ist diese Schöne, die da so aus der Reihe tanzt. Ganz im Gegensatz zu ihren wehrhafter, strengen Begleitern mit stechenden, harten Nadeln, waren ihre Nadeln sanft, weich, geschmeidig. Sie fühlten sich etwas kühl an, wie schwere glatte Seide. Die Zweige wirkten eher zart und feingliedrig. Die Äste hingegen drückten Stabilität und Kraft aus, deren Rinde war glatt ohne Rauheit. Bis zu diesem Zeitpunkt suchte mein Hirn immer noch nach einem Namen für dieses Baumwesen. Meine Vermutung ging in Richtung Douglasie, jedoch sicher war ich mir nicht, also beschaute ich sie weiter. Wohl wissend, dass mein merkwürdiges Treiben beäugt werden würde, denn die Baumgruppe stand mitten in einem kleinen Dorf. Von der Weide her stand ich bereits unter Beobachtung…


Ich bemerkte, dass ich mich immer noch, trotz Berührung der Nadeln, auf Distanz hielt. Nimm eine Nadel, zerreibe sie, rieche daran und koste sie, so eine leise „Aufforderung“…

Als ich den Duft der Nadeln wahrnahm, war ich mir sicher: sie ist es, die Douglasie (Pseudotsuga menziesii).


Der Duft dieser Nadeln….süß, fruchtig, an eine süße reife Orange erinnernd. Später kam eine feine holzig-grüne Waldnote hinzu.

…und noch etwas nahm ich zum ersten Mal bewußt wahr, die Rinde des Stammes. Sie bestand aus einer starken rissigen Borke. An einer Stelle, schaute jedoch eine junge glatte Rinde hervor, sie war übersät mit kleinen Beulen. Ich betastete sie vorsichtig und merkte, dass sie unter Druck nachgaben. Kurz entschlossen ritze ich eine Beule mit dem Fingernagel an und schon trat ein farbloser, klarer, duftender Harztropfen hervor. Das also waren die Harzbeulen der Douglasie, von denen ich irgendwann (so nebenbei) gelesen hatte. …und plötzlich sah ich auch die Harzbeulen an den Ästen…


Dinge bekommen eine Bedeutung erst durch die Wahrnehmung. Die Douglasie war nun auch in meiner Welt angekommen …

Der Duft des Harzes war frischer, klarer, citrusartiger, weniger süß als der Duft der Nadeln. mit einer leichten harzig-terpenartigen Note . Ich spürte, wie dieser Duft meinen Geist erfrischte, mich tief durchatmen lies und mich heiter und freudig stimmte. Es war eine faszinierende olfaktorische Begegnung, von der ich mir wünschte, sie möge ewig währen. Staunen, Wahrnehmen und Freude … ein sinnlicher Augenblick.

Das ÄÖ der Douglasie, aus dem Fläschchen, hatte nun eine Gestalt bekommen etwas Verbindendes, Erinnerndes, Bleibendes, Unvergessliches. Die Douglasie war mit all ihrer Persönlichkeit präsent und in neuer bildhafter „Form“ zur Duftkommunikation bereit. Schließe ich die Augen ist die Stimmung dieses Augenblickes, die Wärme der Sonnenstrahlen, der Blick des Pferdes, die Freude meiner Entdeckungsreise hin zur Douglasie als lebendiges Bild in mir verankert und versetzt mich in heitere gelassene Stimmung. Wohlbehagen. Selbst die Düfte von Nadeln und Harz sind wahrnehmbar. Ein Duftanker ist gesetzt.
Zuhause angekommen recherchierte ich zur Pflanze. Mein bisheriges ÄÖ Wissen reichte mir nicht mehr…

Ich weiß, dass die Douglasie in manchen Stuben an Heiligen Abend im Lichterglanz erstrahlen und mit ihrem wundevollen Duft verzaubern wird.

...würde sie nach Weihnachten, im Sinne des viel zitierten Wortes "Nachhaltigkeit" nicht doch noch Lust auf eine kleine Destillation haben ... weiterduften als ÄÖ oder als Hydrolat? Fragt sie, sie wird es euch wissen lassen. Vielleicht reichen auch schon einige Nadeln zum Räuchen, um ihre Duftpräsenz fürs neue Jahr zu erhalten. Der Duft der Douglasie hält Informationen bereit, für einen frischen, schwungvollen Impuls um neue Wege zugehen, Erkenntnisse mit klaren kreativen Blick zu betrachten und zu nutzen. Neue Gedanken "weich" zu kommunizieren. Entspannt und optimistisch, mit dem Wissen um die eigene innere Stärke... trotz gelegendlicher Schüchternheit.

Übrigens noch eine Besonderheit, das ÄÖ der Douglasie hat doppelt soviel Beta-pinen als wie Alpha-pinen. Meist ist es genau umgekehrt. Im Duftausdruck spiegelt es sich in der "Weichheit" und in der leicht fruchtigen Note wieder. Alpha-Pinen trägt eine stärkere terpentinartige harzige Note.


Im Duftschälchen mit Salz habe ich gerade 3 Tr. Douglasie und je 1 Tr. Weißtanne und 1 Tr. Grapefruit Extra ... Hmm&Hach!

Mittwoch, 23. November 2016

"Happy Düfte" und mehr...Duftkommunikation

 
Sag mal, was machst du denn da eigentlich bei den „Happy Düften“ in Irland? Gibt es da spezielle Rezepte für ein sonniges Gemüt oder was?“

So und ähnlich wurde ich in der letzten Zeit öfters gefragt. Wenn ich nicht selbst, neben Eliane Zimmermann, in Aktion treten würde, wäre das auch meine Frage gewesen. Was bitte kann jemand darunter verstehen, wenn vielleicht ÄÖ noch ein relativ unbekanntes „Land“ sind oder ÄÖ bisher hauptsächlich auf Grund ihres Wirkspektrums angewandt werden?

Kurz gesagt: In diese Duftwoche „Happy Düfte“ zeigen sich die ÄÖ von ihrer anderen Seite und zwar von der Seite ihrer unglaublichen „kommunikativen Fähigkeiten“.
...und wir lernen unserer Nase zuvertrauen und deren Weisheit.

Bild 1: "Kommunikationselemente"                                              Fotos: Eliane Zimmermann 
 
Erstaunen, Lachen oder auch Nachdenklichkeit sowie Faszination über diese erlebten Erfahrungen bleiben in Erinnerung… und ja, am Ende gibt es auch etwas Duftendes zur „SeelenSelbstPflege“ … den der Dialog zwischen Duft und Seele/Psyche hat funktioniert.

In der Duftwoche 2016 gab es ein Drei-Länder-Treffen Schweiz, Österreich, Deutschland. Am Anfang stand auch hier der Wunsch nach wirksamen Mischungen, am Ende jedoch trat die individuelle Auswahl in den Vordergrund und das Vertrauen in die Selbstwahrnehmung. So erhielt das Gästebuch einen ganz originellen Eintrag in Form eines "Duftkreises", in dem der eigene Platz nach dieser Woche positioniert wurde.

 Bild 2: Duftspuren aus drei Ländern                                           Foto: Eliane Zimmermann

Zwei Beispiele zu dieser duftkommunikativen Seite der ÄÖ

BERGAMOTTE
In der Literatur werden mannigfaltige „Rezepturen“ für psychische Befindlichkeiten angeboten. So ist BERGAMOTTE (Citrus aurantium var. bergamia) DAS stimmungsaufhellende ÄÖ, das aus trüben und dunklen Zeiten/Befindlichkeiten heraus holt…

Allerdings ist BERGAMOTTE auch in der Lage genau das Gegenteilige erfahren zu lassen, es kann wahre „Tränenbäche“ hervorrufen … aber dazu gibt es kaum einen Hinweis in der Fachliteratur.

Wie kann dies geschehen?

Betrachtet man die BERGAMOTTE osmologisch bzw. duftkommunikatorisch so fällt ihr hohes „Lichtpotential“ auf. Sie ist vollgetankt mit Sonnenlicht.
Auf der biochemischen Ebene drückt sich dies in einem eher geringen aber hochwirksamen Anteil an (photosensibilisierenden) Furocumarinen (Bergapten) aus. Stelle man sich einfach vor, dass dieses Lichtpotential dem Prinzip eines Bühnenscheinwerfers folgt. Dieser Scheinwerfer schwenkt seinen Lichtkegel genau auf die im Moment aktuelle Szene und hebt diese ins Blickfeld.
So kann auch der Duft der BERGAMOTTE aufgestaute Gefühle „sichtbar“ und spürbar machen… Das Ziel dieser BERGAMOTTE-„Einmischung“ ist im Grunde nichts anderes, als in einer (momentanen) Situation eine neue Balance zu finden … und dazu kann sich der Duft der BERGAMOTTE, zum „Wachrütteln“, auch der Tränen bedienen.

WEißTANNE
Ändern sich im beruflichen Umfeld Bedingungen, so können diese Stress empfinden lassen. Vorallem wenn das Gefühl entsteht, mir wird meine Raum und mein Platz „strittig“ gemacht. Beengung, laute Mitarbeiter nerven, meine bisherige „Position“ in der Gruppe ist in Gefahr… 

...und da gibt es den Duft der WEIßTANNE (Abies alba). 
 Eine Tanne, die im Schatten zurecht kommt, die sich nicht verbiegt sondern geduldig auf bessere "Entwicklungs"bedingungen warten kann. Die ihre „Größe und Schönheit“ kennt und sich mit diesem Wissen vorübergehend "anpassen" kann. Wenn der Duft der WEIßTANNE diesem Menschen in seiner Situation das Gefühl „wie eine bewegliche, behagliche Schutzhülle um mich herum“ vermittelt und in der Überprüfung im Kontext seiner jetzigen Situation eine neue Sicht vermittelt „mit diesen Duft kann ich mich auf die neue Situation gut einlassen, ich habe meinen Raum und das Drumherum stört mich nicht mehr…“. dann hat dieser Mensch eine neue Balance gefunden. Das Strahlen im Gesicht zeigt deutlich, dass seine Worte stimmig sind.
Mit dieser neuen Erfahrung sind neue Gedanken, neue Handlungen und damit auch Veränderungen in der Situation möglich.

Bei beiden Beispielen kommt zum Ausdruck was der Riechstoffchemiker G. Ohloff meinte, als er darauf hinwies: Jeder Geruch trägt eine Information über (den Zustand) seiner Quelle in sich.

Bild 3: Himalaya-Zeder (Cedrus deodara)

Die Sprache der Duftmoleküle zu verstehen und die Duftreaktionen lesen zu können sind manchmal spannender als ein guter Krimi. Plötzlich machen Ablehnungen Sinn, Respekt und Achtsamkeit für die Duftwirkungen ÄÖ und den Duftwahrnehmungen durch die Nase und deren/dessen Träger bekommen Gewicht.

Bild 4: Duftausdruck in Farbe und Form ...und die alte Atlas-Zeder duftete 2015 und auch 2016 noch                                                                                   Foto li unten: Sibyle Fässler
 
Das i-Tüpfelchen des Ganzen sind Eliane Zimmermanns Pflanzenführungen in wunderschönen Gärten und Natur sowie ihre Ausführungen zu den neusten Studien über ÄÖ und deren psychischen Wirkungen. Damit bekommt das Erlebte, das Gehörte auch seine wissenschaftliche Bestätigung.


Bild 5: Myrtaceae


 Bild 6: Eliane Zimmermann getragen von der "Hand" einer Myrte        Foto li oben: Sibylle Fässler



Tja, und so ganz "nebenbei" gibt es noch genügend Zeit und Muse für:

die wunderschönen Ausflüge mit dem Bus und dessen freundlichen Fahrer  z.B. zum Ring of Beara, zum Steinkreis, entlang am Atlantic Wilde Way…


Foto li unten: Sibylle Fässler


die, jetzt zu Fuß erreichbaren, unergründlichen Fundgruben der Charity-Shops
die Pubs
das traumhafte Bio-Kuchen-Cafe,
den Freitags-Markttag
und den Sweetie-Shop… Alles in Bantry.

 Bild 9: Bantry

Ende Mai stehen die Rhododendron noch in ihrer unglaubliche Farbenpracht.



Wer gerne noch mehr Infos haben möchte, kann hier und hier schauen und auf meinem Blog unter dem Label: Duftwoche

Hinweise:

Die Duftwoche ist für Jedemann geeignet (auch ohne Vorkenntnisse).   

Diese Duftwoche in Irland wird als Einstieg (Teil 1), bei Interesse an Vertiefung der Duftkommunikation bei ViVere, bei aromainfo.at und für die geplante Weiterbildung (2017) in der DGAM Regionalstelle Jena, anerkannt.

Pflanzen, Natur, Duftkommunikation und wissenschaftliche Studien sind in dieser Form einmalig und nur in Irland im Programm.

Um Irrtümern vorzubeugen: diese Duft-Woche hat nichts mit Psychotherapie o.ä. zu tun. 
Es geht um Selbsterfahrung, um Selbstwahrnehmung, um eigene Aha-Effekte.
Es geht um Genießen, Lebensfreude und um Pflanzen- und Naturerlebnisse.
Anregungen für den Alltag – sinnlich, praktisch und effizient. 

Die Duftkommunikation ist u.a. inspiriert von der Integralen Osmologie (nach M.Henglein) und des Duftkreises (nach M.Henglein) sowie der gesundheitspraktischen Kommunikation (nach G.Tiemeyer) 

Mittwoch, 5. Oktober 2016

"DuftKrimi" nun auch beim "Tag der Pflegeberufe" angekommen...

Vor vier Jahren schwangen die Deckel der kleinen Tisch-Servicebehälter des erste Mal und bewegten Duftmoleküle. Es war zum "Tag des weißen Stockes" im Geraer Höhler. Hohe Luftfeuchtigkeit, kein Lüftchen, Dunkelheit. Es brauchte eine Idee für tastbare Duftstationen, die nicht umfallen, die ein Berühren des ÄÖ-Trägermaterials mit den Fingern ausschließen und die die Duftmoleküle riechbar zur Nase transportieren. Die Duftstation, aus Schwing-Deckel-Duft-Eimerchen, war geboren.



Seither hat sich diese Idee schon mehrfach bewährt. Ihren Aufstieg zum "DuftKrimi" hat sie einem Gesundheitstag in einem Ministerium, das für Ruhe und Sicherheit der Bürger sorgt, zu verdanken. Wie erreichen Duftmoleküle - und das Interesse an diesen - die Nasen strategisch und realistisch denkender Beamter? ...vielleicht mit: etwas recherchieren, Fälle lösen, "Böse" fangen ... den zweiten, den Duftkomplizen finden? Die "Rechnung" ging auf. Der DuftKrimi wurde der Renner an meinem Stand. Daraus entwickelten sich Fragen und Interesse an den Möglichkeiten der Duftverursacher, den ÄÖ. Es hat funktioniert... und bei anderen Gesundheitstagen (Arbeitsagentur, Stadt usw.) ebenfalls.

Zum Adventsmarkt auf der "imaginata" in Jena zog der Duftkrimi klein und groß in seinen Bann. Familien diskutierten miteinander, und Menschen, die sich zuvor noch nie gesehen hatten ...Meist wurde der Duftkomplize gefunden. Jeder konnte sein Gesicht wahren, denn es fragte niemand ab, welcher Duft das denn nun wäre ... für die Lösung gab es einen Notizzettel unter einer kleinen Kuchenbackform. Jeder konnte für sich schauen und bewusst nachriechen. Mit wenigen Mitteln und kleinem Aufwand ein großes Vergnügen ... Nachmachen empfohlen.

Nun also hat sich der DuftKrimi auch bei einem Tag der Pflegeberufe" in NRW bewährt und Menschen bewegt, Duftkommunikation stattfinden lassen.
Ich freue mich, dass Brigitte Baumann mir gestattet ihren Bericht darüber hier im Blog zu veröffentlichen:

Tag der Pflegeberufe und ein Duftkrimi
In unserer Stadt wurde im Rathaus ein Arbeitskreis gebildet, um jungen Menschen den Pflegeberuf etwas näher zu bringen. Doch wie bringt man junge Menschen dazu in den Pflegeberuf einzusteigen und nicht immer nur vom Fachkraftmangel zu sprechen.Wir organisierten also den „Tag der Pflegeberufe“ bei uns im Einkaufzentrum und wollten jungen Menschen zeigen, Pflege ist mehr als nur Waschlappen, Pampers und Wochenenddienste.
So wurden im Einkaufzentrum Stände aufgebaut , z.B. vom ev. Krankenhaus ein Intensivpflegebett mit Monitoring , vom kath. Krankenhaus ein Inkubator für Säuglinge mit Wickeltisch, Krankenpflegeschulen bauten Informationsstände auf rund um die Ausbildung und Fortbildungsmöglichkeiten. Ein Seniorenheim führte mehrmals am Tag Seniorentanz mit alten Menschen auf, es gab auch eine Wiibox für ältere Menschen zum spielen. Weiter gab es einen Alterssimulator, das Arbeitsamt mit Beratung, eine Apotheke stellte das Medikamentenwesen vor und noch viele weitere Stände mit vielen Informationen rund um die Pflegeausbildung.
Unsere Einrichtung hat einen Stand zum Thema Wahrnehmung / Selbstwahrnehmung angeboten. Wir hatten eine Greifbox mit 4 Fächern in denen unterschiedliche Tastgegenstände drin waren, wir haben Handmassagen mit ätherischen Ölen angeboten, Eigenerfahrung wie es ist Essen angereicht zu bekommen und einen Duftkrimi ( inspiriert von Christine Lamontain )
Ich habe 6 braune Gläser mit ein wenig Watte gefüllt und diese mit ätherischen Ölen beträufelt. Die Gläser waren durch nummeriert und die Aufgabe lautete: Duftkrimi – finde den Zwilling
In den Gläser war :
  1. Zitrone
  2. Vanille
  3. Thymian linalol
  4. Orange
  5. Rose
  6. Thymian linalol
Es hat so viel Spaß und Freude gemacht und es war wirklich spannend, auch für meine Auszubildenden die mit am Stand waren.
Am Vormittag kamen aus unserer Stadt das Berufskolleg mit 2 Schulklassen und einige Oberstufen um sich an diesem Tag zu informieren, aber es waren außer den Schülern auch viele andere Menschen am Stand.

Unsere Standbesucher nahmen ganz interessiert die Gläser der Reihe nach in die Hand und schnupperten. Für Menschen die sich nicht trauten die Düfte zu benennen oder sich nicht trauten den Zwilling zu benennen ,gab es eine kleine Schachtel mit der Lösung, aber die wurde den ganzen Tag kaum gebraucht ;-)).
Alle waren total interessiert die Düfte zu benennen und auch den Zwilling zu finden.
Spannend war, dass fast alle jungen Menschen meinten, dass der Thymian wie japanisches Heilpflanzenöl riecht oder wie Hustensaft, ihn auch als Erkältungsduft benannten. Ältere Menschen erkannten den Thymian sofort. Er wurde aber auch erfreulicherweise von vielen Schülern als Küchenkraut erkannt. Zitrone und Orange wurde auch oft als Zwilling benannt und waren der Liebling des gesamten Tages und immer als angenehm frisch und fruchtig beschrieben. Die Vanille kam bei allen super an und wurde auch sofort erkannt, viele meinten gleich, das sei der Weihnachtsbackduft . Die Rose wurde von den älteren Menschen immer erkannt und als sehr angenehm empfunden, aber die Schüler rümpften oft die Nase.
Neben dem Duftkrimi kamen so viele interessante Gespräche zu Stande rund um bisherige Dufterlebnisse der Menschen die schnupperten, aber auch rund um die Aromapflege.

Was mir persönlich auch große Freude bereitet hat, war das unsere Auszubildenden so viele und tolle Handmassagen durchgeführt haben und ganz nebenbei allen während der Massage erklärt haben , wann sie die Massagen für Menschen im Pflegealltag anbieten. Vor allem berichteten sie, dass sie die Handmassagen nie als zusätzliche lästige Zusatzarbeit im Pflegealltag empfinden, sondern berichteten über ihre Erfahrungen und Erfolge und sie waren diesbezüglich nicht !!!! von mir gebrieft.
Wir haben über den Tag verteilt, sehr viele positive Rückmeldungen bekommen und waren wirklich zufrieden und konnten auch ein paar junge Menschen für Praktikas gewinnen.
Mir hat der Tag mal wieder gezeigt dass ich eine sehr gute Ausbildung zum Thema Aromapflege bei Sabrina Herber und die Weiterbildung Duftkommunikation bei Christine Lamontain genießen durfte und das sie sich so toll in den Pflegealltag integrieren lassen.

Brigitte Baumann, Gesundheitspraktikerin (BfG) für angewandte Aromapflege und Duftkommunikation